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Jugendfeuerwehr
Geschichte

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Brechtorf

Das Feuerlöschwesen in Brechtorf wurde zum ersten Mal nach dem 1. Weltkrieg erwähnt. Jeder Brechtorfer Bürger war aufgerufen, beim Löschen der Brände mitzuhelfen. Als Ausrüstung war zu dieser Zeit eine Handdruckspritze auf zwei Rädern vorhanden. Zum Einsatz fuhr der Spritzenführer mit einem Pferdegespann, an dem die Mannschaft auf einem angehängten Leiterwagen saß. Das vorhandene Schlauchmaterial konnte eigentlich nicht als solches bezeichnet werden, da es mehr Wasser durch Undichtigkeiten verlor, als zum Brandherd zu bringen. Der Alarm wurde durch eine aufgehängte Eisenbahnschiene ausgelöst, an der ein Hammer angeschlagen wurde. Zu löschen waren damals hauptsächlich Moorbrände, bei denen das Erdreich bis zu 1,5 Meter tief geglüht und gebrannt hat.

Kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges wurde das Feuerlöschwesen etwas modernisiert. Alle Männer zwischen 18 und 45 Jahre wurden zum Löschdienst verpflichtet. Zum Löschen der Brände stand ein Magirusfahrzeug mit Motorspritze zur Verfügung. Das Schlauchmaterial hatte sich zwar immer noch nicht viel gebessert, dafür aber die Alarmierung. Neben der Eisenbahnschiene wurde nun mit einem Schweinehorn, später mit einem mehrstimmigen Horn alarmiert. Dazu fuhr Friedhelm Hansmann mit einem Fahrrad durch Brechtorf und blies auf diesen Hörnern. Von Nachteil war, daß man zum Blasen des Schweinehornes sehr viel Puste brauchte. So kam es häufig vor, daß Friedhelm, bevor er das Schweinehorn zum dritten Mal geblasen hatte, sein Fahrrad vor Kraftlosigkeit schieben mußte.

Die eigentliche Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Brechtorf beginnt im Jahr 1953. Unter der Leitung des damaligen Ortsbrandmeisters Erich Grabenhorst wurde am 09.05.1953 die Freiwillige Feuerwehr Brechtorf gegründet. Auf dieser Versammlung wurde Walter Giesecke zum 1. Ortsbrandmeister der Wehr Brechtorf gewählt. Sein Stellvertreter wurde Erich Grabenhorst.

Die Männer der 1. Stunde waren:

Walter Giesecke
Walter Köther
Karl Nebelung
Alfred Dudecke
Kurt Röhl
Alwin Brandes
Heinz Pasemann
Ernst Hoppe
Otto Röhl
Heinz Lenz
Hermann Reckel
Karl-Heinz Busch
Hermann Lemke
Friedhelm Hansmann
Emil Swoboda
Wilhelm Hartmann


Der Aufbau der Wehr war nicht einfach. Trotz der Tatsache, daß die Gemeinde Brechtorf Schläuche und Ausrüstungen kaufte, fehlte es doch an allen Ecken und Kanten. Eine Ausrüstung von zwei Löschzügen war aus finanziellen Mitteln nicht möglich. Dazu kam, daß das Löschfahrzeug vor jedem Einsatz angeschoben werden mußte. Außerdem war zu diesem Zeitpunkt schon abzusehen, daß eine Wehr mit dieser Mitgliederzahl nicht aufrecht zu erhalten ist. Aus diesem Grund sollte so schnell wie möglich eine Mitgliederwerbung durchgeführt werden, bei der in erster Linie Jugendliche für die Arbeit in der Feuerwehr begeistert werden sollten. Erklärtes Ziel der Wehr war es, dass aus jedem Haushalt mindestens eine Person Mitglied in der Brechtorfer Feuerwehr wurde.

1955 traten Walter Giesecke und Erich Grabenhorst von ihren Ämtern zurück.

Zum neuen Ortsbrandmeister bestimmte der Bürgermeister Hermann Lemke jr. Sein Stellvertreter wurde Friedhelm Hansmann. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 1 DM im Vierteljahr erhöht.

Was die Ausrüstungen und das Material anging, so hatte sich noch nicht viel gebessert. Das erklärte Ziel, ein Mitglied aus jedem Haushalt in die Feuerwehr aufzunehmen, war noch nicht erreicht. Um gerade den Jugendlichen einen Anreiz zu geben und der Feuerwehr die Möglichkeit sich nach außen einheitlich zu präsentieren, kaufte die Feldmarktinteressentschaft neue Ausrüstungen. Das Feuerwehrgerätehaus, dass seinen Standort gegenüber dem jetzigen Gerätehaus hatte, befand sich in einem sehr schlechten Zustand. Nicht nur das es baufällig war, sondern auch die Unterbringung der Ausrüstungen und Schläuche war kaum möglich, da hier auch der gemeindeeigene Leichenwagen untergestellt war.

So wurden denn auch 1958 die Stimmen immer lauter, die einen Neubau forderten. Die Feuerwehrkameraden führten einmal im Monat einen Dienst durch. Die Mitgliederzahl hinkte immer noch weit hinter den Erwartungen zurück. So kam es schon mal vor, dass bei einem Brandeinsatz zu wenig Feuerwehrkameraden anwesend waren. Dies lag aber nicht nur an der zu geringen Mitgliederzahl, sondern auch an der mangelnden Einstellung einiger Kameraden. Aus diesem Anlaß wurde beschlossen, daß jeder, der nicht zum Einsatz erschien, 5 DM Strafe zu zahlen hatte. Und 5 DM waren zu dieser Zeit viel Geld.

Da sich die Mitgliederzahl besserte, und die Kameraden regelmäßig ihre Dienste durchführten, wurde 1960 beschlossen, dass ab sofort die Monatsdienste gemäß den damaligen Wettkampfbestimmungen durchgeführt werden. Dieser Beschluß war, wie man heute sieht, für die Wehr zukunftsweisend.

1961 ging es dann auch ausrüstungsmäßig für die Wehr bergauf. Es wurde ein neues Löschfahrzeug, ein Ford Transit, der in den 80er Jahren den liebevollen Beinamen 'Unser Brötchen' bekam, sowie eine neue TS 8/8 angeschafft. Gleichzeitig erfolgte der Gerätehausausbau in der alten Schulscheune an dem jetzigen Standort.

Von diesem Zeitpunkt konnten auch Jugendliche ab 16. Jahren in der Feuerwehr aktiv mitarbeiten.

Nach langer und anstrengender Ausbildung konnten die Kameraden 1964 zum ersten Mal an Wettkämpfen teilnehmen.

1964 war auch das Jahr, in dem die Bestimmungen über die Führung einer Feuerwehr neu festgelegt wurden. Diese Bestimmungen haben in modifizierter Form in der heutigen Zeit immer noch Gültigkeit. Die Wehr durfte nur noch von einem Ortsbrandmeister geführt werden, der die entsprechenden Führungskräftelehrgänge an der Landesfeuerwehrschule besucht hat. Da Hermann Lemke diese Belastung nicht mehr auf sich nehmen wollte, mußte ein Feuerwehrkamerad gefunden werden, der die Zeit und den Willen hatte, die Wehr Brechtorf nach den neuen Bestimmungen zu führen.

Am 14. Oktober war es dann soweit. Hermann Lemke übergab das Amt des Ortsbrandmeisters an den zu dieser Zeit jüngsten Ortsbrandmeister in Deutschland, Dieter Pälecke. Weil nach Ansicht des Kreisbrandmeisters Dieter noch zu jung war, um eine Wehr zu führen, mußte Hermann Lemke noch weitere eineinhalb Jahre die Haftung für ihn übernehmen. Zu seinem Stellvertreter wurde Heinz Täger ernannt.

In Dieter Päleckes Amtszeit fielen 1969 die Durchführung des ersten Hammelessens, sowie 1974 der erste Brechtorfer Orientierungsmarsch. Dieser Marsch wurde bis 1980 als interner Wettkampf durchgeführt.

Am 15. März 1974 wurde die Samtgemeinde Brome in ihrer derzeitigen Form gegründet. Dies hatte für die Brechtorfer Feuerwehrkameraden insofern Auswirkungen, dass für die Unterhaltung der Wehr nicht mehr die Gemeinde Rühen zuständig war, sondern die Samtgemeinde.

1975 kämpften 14 Brechtorfer Feuerwehrkameraden, neben anderen Kameraden aus der Samtgemeinde, dem Kreis Gifhorn, dem Land Niedersachsen und Kameraden aus der Bundeswehr und anderen technischen Hilfseinrichtungen einen fast aussichtslosen Kampf, bei dem leider 5 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Fallersleben ihr Leben ließen. Für ihren selbstlosen Einsatz wurden sie anläßlich der großen Waldbrandkatastrophe mit der Besitzurkunde für die gestiftete Ehrenmedaille ausgezeichnet.

Ortsbrandmeister Dieter Pälecke machte es sich zur Hauptaufgabe, die Jugendarbeit zu fördern, sowie für eine ausreichende Anzahl an aktiven Kameraden und deren gute Kameradschaft untereinander zu sorgen. So konnte am 15. August 1976 die offizielle Gründung der Jugendfeuerwehr Brechtorf nach den neuen Richtlinien vollzogen werden. Mitglied konnte jedes Mädchen und jeder Junge werden, der mindestens 10 Jahre, aber nicht älter als 18 Jahre war. Zum ersten Jugendfeuerwehrwart wurde Horst Lemke gewählt. Der Aufschwung der Jugendfeuerwehr und ihre Erfolge sollten sich auch unter der Führung der nachfolgenden Jugendfeuerwehrwarte und deren Stellvertreter durch kontinuierliche und gute Arbeit bis in die 90er Jahre fortsetzen.

Am 09. Mai 1978 konnte die Freiwillige Feuerwehr Brechtorf ihre 25 jähriges Bestehen feiern. Zu diesem Anlaß wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Hehlingen die neue Standarte der Wehr Brechtorf geweiht.

1979 begann der Umbau des Gerätehauses, der mit der Einweihung am 01. November 1980 abgeschlossen werden konnte. Die erbrachte Eigenleistung der Kameraden betrug die zu diesem Zeitpunkt nicht selbstverständliche Höhe von 24.000 DM. Da die Mannschaftstärke der Wehr kontinuierlich zunahm, mußte sich Ortsbrandmeister Dieter Pälecke etwas einfallen lassen, um seine Kameraden zu Monatsdiensten, Einsatzübungen, aber auch Wettkämpfen zu transportieren. Da das alte TSF, der gute alte Ford, nur sechs Kameraden Platz bot, wurde zu diesem Zeitpunkt aus eigenen finanziellen Mittel ein gebrauchter Mannschaftstransportwagen in Dienst gestellt, der die nächsten 10 Jahre, gepflegt durch gute Gerätewarte, treu und braf seinen Dienst versah.

Auch wurde 1980 die Männerdomäne in der Wehr durchbrochen. Bärbel Lemke trat als erste Frau passiv in die Wehr Brechtorf ein.

1981 findet der erste Orientierungsmarsch Rund um Brechtorf statt. Dieser O-Marsch ist bis heute der größte im Landkreis Gifhorn und eine feste Einrichtung im Terminkalender der anderen Wehren. Und auch die Mannschaftsstärke vergrößert sich weiter. Die Folge daraus ist die Gründung der 3. Gruppe, die bis heute, vom Durchschnittsalter zwar schon etwas älter, aber ansonsten noch genauso fidel ihren Dienst tut, wie zu den Gündungszeiten.

In der Zwischenzeit wurde der Übungsdienst so forciert, daß das gute alte TSF so langsam seinen Geist aufgab. Konnte man in den besten Zeiten noch auf zwei Rädern um die neunzig Grad Kurve in Stüde fahren, so tat sich nun selbst bei einer halben Lenkradumdrehung nichts mehr. Nachdem das Fahrzeug 1982 den ersten Samtgemeindesieg der Brechtorfer Wettkampfgruppe miterleben konnte, wurde es am 16. Oktober in den Ruhestand geschickt. Endlich wurde das von allen ersehnte neue Fahrzeug, ein TSF LT 31, in Dienst gestellt. Nicht in den Ruhestand ging allerdings die Wettkampfgruppe. Sie schaffte etwas, daß noch keiner Wehr vergönnt war. Sie holte bis zum heutigen Tag, zum 18 Mal in Folge, den Titel bei den Samtgemeindewettkämpfen. Von Anfang an bis zum heutigen Tag dabei, sind Gerhard Neumann, Dieter Lemke, Burkhard Möker und Thomas Ludat.

Als letztes kulturelles Überbleibsel wurde unter Dieter Päleckes Führung die Grünkohlwanderung ins Leben gerufen, die ebenfalls bis heute ein fester Bestandteil des Veranstaltungskalender der Wehr ist. Am 23.12.1983, nach 17 Jahren Dienst als Ortsbrandmeister übergab Dieter Pälecke das Amt an Burkhard Möker. Sein Stellvertreter wurde Hans-Jürgen Stritzke. Sie übernahmen eine Wehr, die über ein neues TSF, ein neues Gerätehaus, sowie über eine hervorragende Wettkampfgruppe und Jugendfeuerwehr verfügte. Und der Höhepunkt war diesbezüglich noch lange nicht erreicht.

Nach seinem Rücktritt als Stellvertretender Ortsbrandmeister ging dieses Amt 1988 an Gerhard Ludat über. Burkhard Möker und Gerhard Ludat bildeten ein Gespann, das nicht nur die Einschränkung der Haushaltsmittel für die Wehren, sondern auch die Schwierigkeiten innerhalb der Wehr hervorragend meisterten. So konnte 1990 der Gerätehausanbau beendet werden und über all die Jahre junge und engagierte Kameraden und Kameradinnen zu weiterführenden Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene geschickt werden.

Am 26. Mai 1990 hatten dann einige Kameraden ein ganz besonderes Gefühl von Kameradschaft und Geschichte. Durch die Vermittlung von Hans-Ulrich Rohde konnte im Vorfeld und frühen Stadium der Wiedervereinigung Kontakt zur Wehr Biederitz in Sachsen-Anhalt aufgenommen werden. Beladen mit Faßbier und Zapfanlage, Überbleibsel der Eiweihung des Gerätehausanbaus, machten sich 8 Kameraden auf den Weg nach Biederitz. Die Kameraden, die diese Fahrt miterlebt haben, berichteten, dass es im Leben eines Menschen selten so bewegende und zeitlebens in Erinnerung bleibende Augenblicke gibt.

Nach 12 1/2 Jahren Dienstzeit übergab Burkhard Möker die Wehr in die Hände von Gerhard Ludat. Zu seinem Stellvertreter wurde Olaf Thurow gewählt.

Unter ihrer Führung konnte die Jugendfeuerwehr, die leistungs- und stärkemäßig nachgelassen hat durch ein neues Konzept wieder zum Leben erweckt werden. Durch dieses Konzept stieg der Mitgliederstand von unter Zehn auf 20 Kinder und Jugendliche, davon 14 Jungen und 6 Mädchen, mit einem Altersdurchschnitt von 12,3 Jahren an. Somit ist auch für die Zukunft eine gute Jugendarbeit in Brechtorf gesichert. Die Wettkampfgruppe konnte 1997 zum ersten Mal an den niedersächsischen Landeswettkämpfen teilnehmen.

Kurz vor seinem Dienstende am 31.05.2000, Gerhard Ludat wurde 62 Jahre alt, konnte er der Wehr noch etwas Gutes tun. Nach über zehn Jahren Einsatzzeit hatte auch der 1988 als gebrauchtes Fahrzeug in Dienst gestellte zweite MTW sein Leben ausgehaucht. In Zusammenarbeit mit dem Ortskommando und dem Autohaus Wilhelm Schneider aus Brechtorf konnte wieder ein MTW in Dienst gestellt werden. Damit auch die Jugendfeuerwehr für ihre Zeltlager und anderen Veranstaltungen genügend Ausrüstung mitnehmen kann, kam gleich noch ein Dienstanhänger mit Aufbau dazu.

Wie es sich gehört, gab es auch eine offizielle Fahrzeugübergabe. Und wenn die Feuerwehr schon ein rot-weißes Fahrzeug übergeben bekommt, dann muss es auch eingeweiht werden. Dies tat man ab 14.00 Uhr mit einem Gebäudebrand, der trotz aller Unkenrufe nicht von der Feuerwehr bestellt, und bei dem zum Glück auch keine Personen verletzt wurden.

Die Freiwillige Feuerwehr Brechtorf bestand am 01.06.2000 aus 47 aktiven Kameraden/Innen. Insgesamt hatte die Wehr bis zu diesem Zeitpunkt 215 Mitglieder.

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Brechtorf wird sich fortsetzen. In der Hoffnung, dass es bei wenigen Einsätzen bleibt, von denen jeder Feuerwehrmann/frau gesund in das Gerätehaus zurückkehrt, verbleiben wir mit dem Wahlspruch der Feuerwehren: Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr